ICE-Werk Hamburg-Eidelstedt
 




Zusammen mit der Entwicklung der ICE-Triebzüge wurde auch über ein neues Wartungskonzept nachgedacht. Jeder ICE sollte eine möglichst hohe tägliche Laufleistung erbringen, d.h. die Standzeiten für Wartung, Reparatur etc. sollten so gering wie möglich ausfallen.

Mit den vorhandenen Betriebswerken konnte dieses Ziel nicht erreicht werden, daher wurde beschlossen, ein Werk nur für die ICE-Triebzüge zu bauen.

Als Standorte kamen die Endpunkte der geplante ICE-Fahrtroute Hamburg oder München in Frage. Man entschied sich für die Hansestadt, da hier u.a. eine freie, der Bahn schon gehörende Fläche zur Verfügung stand.

Errichtet werden sollte das Werk auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Hamburg-Eidelstedt, wenige Kilometer nordwestlich des IC-Endbahnhofs Hamburg-Altona.

Grundsteinlegung war im Oktober 1988.

In den folgenden zweieinhalb Jahren entstand - außer einigen Nebengebäuden, einem elektronischen Stellwerk und einer Waschanlage für die ICE's - als Herzstück des Werkes die 430 m lange Triebzughalle.

Auf acht nebeneinander liegenden Gleisen kann auf drei Ebenen gleichzeitig an den in der Halle stehenden Zügen gearbeitet werden.

Mit der Versorgung eines Zuges sind etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt.

Während auf der obersten Ebene z.B. Arbeiten an den Stromabnehmern vorgenommen werden, können unter dem Zug in kürzester Zeit komplette Radsätze getauscht werden. Außerdem werden von hier aus die Bremsen geprüft und die Vakuumbehälter der Toilettenanlagen geleert. In der mittleren Ebene haben Mitarbeiter des Werkes direkten Zugang in die Wagen und die Triebköpfe. Von hier aus wird der Zug gereinigt, das BordRestaurant der MITROPA wird mit Vorräten aufgefüllt und Reparaturen innerhalb des Zuges werden von hier aus durchgeführt.

Mit dieser ausgeklügelten Arbeitsweise ist es möglich, einen ICE nur eine Stunde nach der Ankunft im Werk wieder auf die Reise zu schicken.

Nachdem die Kassen der Bahn im Frühjahr 1991 um über 300 Mio DM leerer waren (so hoch waren die Baukosten), konnte das Werk seiner Bestimmung übergeben werden.

In jedem ICE ist ein Rechnersystem installiert, welches Störungen z.T. automatisch erfaßt, aber auch Aufgaben übernimmt, die bisher vom Lokführer vorgenommen werden mußten, z.B. das Aufrüsten des Zuges vor der Abfahrt. Dieses System wird DAVID genannt. DAVID ist das Kürzel für "Diagnose-, Aufrüst- und Vorbereitungsdienst mit integrierter Displaysteuerung".

Eventuelle Störungen werden dem Lokführer während der Fahrt auf dem Führerstands-Display angezeigt. Direkt von dort, also ohne seinen Platz zu verlassen, können ein Großteil der Störungen behoben werden.

Fehler, die nicht sofort behoben werden können, werden im System gespeichert. Diese Daten werden von Eidelstedt aus automatisch in jedem ICE abgerufen und in das Werk übermittelt. Nur in Ausnahmefällen aktiviert der Lokführer die Datenübertragung mit einem Tastendruck vom Führerraum aus.

So sind die Mitarbeiter des Werkes schon vor Ankunft des Zuges über einen Teil der zu erwartenden Aufgaben informiert und können sich entsprechend vorbereiten (Ersatzteile bereitstellen etc.).

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Hier sind die weißen Haie zuhause





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