ICE-Einsätze ab 1991






1991

Offiziell eröffnet wurde der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland am 29. Mai 1991 in Kassel. Fünf ICE-Züge (mit den Namen "Niedersachsen", "Bayern", "Baden-Württemberg", "Hessen" und "Bonn") aus Hamburg, München, Stuttgart, Wiesbaden und Bonn fuhren in einer Sternfahrt zum neu erbauten Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. In Anwesenheit zahlreicher Prominenz gab der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Startsignal für den ICE-Verkehr.

In nahezu allen Städten an der neuen ICE-Linie wurde an diesen Tagen gefeiert. U.a. wurden Schnupperfahrten angeboten, die z.T. schon Wochen vorher ausverkauft waren.

Bereits Ende April wurde das ICE-Betriebswerk der Bahn in Hamburg-Eidelstedt mit zwei Tagen der offenen Tür eingeweiht.

Am 2. Juni 1991 war es dann soweit. In Hamburg-Altona betätigte um 5:53 Uhr der Hamburger Lokführer Harry Pfaffe den Zugkraftsteller in seinem Führerstand. Der ICE 593 "Münchner Kindl" setzte sich in Bewegung und läutete so das Hochgeschwindigkeitszeitalter bei der Deutschen Bundesbahn ein.

Hier der Fahrplan des Premierenzuges:
 
 

ICE 593








Die ersten Fahrgäste, die planmäßig Tempo 250 erlebten, saßen übrigens im ICE 794 "Senator", der den Stuttgarter Hauptbahnhof zwar erst um 6:53 Uhr verließ, von dort jedoch direkt auf die Schnellfahrstrecke Stuttgart-Mannheim fuhr. Zu dieser Zeit befand sich ICE 593 noch zwischen Hamburg und Hannover.

Noch eine Anmerkung zur Höchstgeschwindigkeit: Obwohl die Züge von Anfang an für 280 km/h zugelassen waren, wurden zunächst nur 250 km/h gefahren. Erst mit Eröffnung der ICE-Linie Hamburg-Basel wurde die max. gefahrene Geschwindigkeit auf 280 km/h heraufgesetzt.

Eine komplette Liste mit allen ICE-Zügen im Sommer 1991 gibt es hier.

Im Herbst (ab 29.09.91) wurden neue Tagesrandverbindungen von bzw. nach Wiesbaden und Heidelberg eingelegt.

Zum Fahrplanwechsel im Sommer 1992 war geplant, die Züge der Relation Hamburg-Würzburg-München auf ICE umzustellen. Einige Einheiten standen jedoch schon eher zur Verfügung.

So wurden im Laufe des Fahrplanjahres 1991 bereits einige IC-Züge Hamburg-Würzburg- München mit ICE-Garnituren gefahren. Erstes Zugpaar war ab November 1991 der IC 582/583 "Jakob Fugger". Diese Züge konnten mit normalen Fahrscheinen + IC-Zuschlag benutzt werden; die Höchstgeschwindigkeit auf der Schnellfahrstrecke (SFS) war auf 200 km/h begrenzt.

Grund: 1991 gab es noch eine Vorschrift, nach der bei Geschwindigkeiten höher als 200 km/h ein Beimann den ICE-Lokführer begleiten mußte. Diesen Beimann wollte man einsparen; außerdem wäre, weil längst nicht alle Züge auf ICE umgestellt waren, der Fahrplan durcheinandergeraten.

Schließlich wurden im Frühjahr 1992 noch ICE-Schnupperfahrten von und ab Hamburg angeboten. Diese Züge fuhren wenige Minuten vor den planmäßigen IC/EC-Zügen und konnten ebenfalls zum IC-Preis benutzt werden. Eingesetzt wurden die ICE-Züge 15027 von Hamburg über Dortmund und Köln nach Frankfurt/M, ICE 15714 von Stuttgart über Köln-Gelsenkirchen-Münster/W nach Hamburg und ICE 16691 von Frankfurt nach Stuttgart.

Im April bzw. Mai 1992 kam es nach gescheiterten Tarifverhandlungen zu einem Streik bei der Deutschen Bundesbahn. Auch der ICE-Verkehr war davon betroffen. Zahlreiche Züge fielen aus bzw. es wurden lokbespannte Ersatzzüge eingesetzt.

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Streik bei der DB - statt ICE nur IC Richtung Stuttgart (2. Zeile v. oben)

Alle planmäßigen ICE-Haltebahnhöfe ab 02.06.1991 (jew. nur Angabe von DB/DR-Bahnhöfen): Augsburg Hbf, Frankfurt/M Hbf, Fulda, Göttingen, Hamburg-Altona, Hamburg Dammtor, Hamburg Hbf, Hamburg-Harburg, Hannover Hbf, Kassel Hbf, Kassel-Wilhelmshöhe, Lüneburg, Mannheim Hbf, München Hbf, Stuttgart Hbf, Ulm Hbf,  Wiesbaden Hbf, Worms Hbf.

Neu ab 29.09.91: Heidelberg Hbf.

1992

Im Mai 1992 waren genügend ICE-Einheiten ausgeliefert, um die Linie Hamburg-Würzburg-München auf ICE umzustellen. Nördlich von Hannover starteten die Züge zweistündlich entweder in Hamburg oder in Bremen. Die Züge fuhren ab Würzburg grundsätzlich über Nürnberg. Das Ergebnis war, dass sich die Fahrzeit Hamburg-München trotz 250 km/h nicht verringerte. Die Zeit, die der ICE auf der SFS herausholte, verbrauchte er zwischen Würzburg und Augsburg auf dem Umweg über Nürnberg.

Auch Karlsruhe erhielt im Mai ICE-Anschluß; allerdings nur mit einem Wochenendzugpaar ICE 671 freitags von Hamburg und ICE 670 am Sonntag zurück nach Hamburg.

Neu waren ebenfalls die beiden Sprinterzüge ICE 992 "Rhein-Sprinter" von München nach Frankfurt und ICE 993 "Isar-Sprinter" in der Gegenrichtung. Die beiden Züge fuhren (und fahren heute noch) Mo-Fr in den Morgenstunden ohne Halt von Mannheim bis München bzw. München-Pasing (dort hielt ICE 992). Gegenüber den weiterhin stündlich verkehrenden Zügen über Stuttgart verkürzten die Sprinter die Fahrzeit zwischen Main und Isar um 30 Minuten.
 
 

ICE 993 Frankfurt/M-München
ICE "Isar-Sprinter": 2 Std, 59 Min von Frankfurt/M nach München








Eine weitere Innovation: In der 1. Klasse der ICE-Züge ist für die Fahrgäste eine Last-Minute-Reservierung möglich. Bis kurz vor Abfahrt des Zuges können im Reisezentrum noch Plätze gebucht werden. Später wird dieses Angebot für alle Züge des Fernverkehrs ausgeweitet.

Der BordTreff ist ab sofort Nichtraucher-Bereich. Begründet wird dies mit der Tatsache, dass 77 % der Fahrgäste rauchfrei reisen möchten. 1998 wird das Rauchen wieder erlaubt (leider, wo sind die 77 % geblieben?).

Im Herbst standen weitere Einheiten für die neue ICE-Linie Hamburg-Karlsruhe zur Verfügung.

Aus diesem Grund wurde ab dem 27.09.92 das ICE-Paar 76/77 "Panda" Hamburg- Frankfurt-Basel-Zürich angeboten. Dies war zugleich der erste planmäßige Auslandseinsatz des ICE.

Außerdem fuhren ab September täglich zwei weitere Zugpaare zwischen Hamburg und Karlsruhe.

Neue Halte ab Mai: Karlsruhe Hbf, München-Pasing, Nürnberg Hbf, Würzburg Hbf.

Neue Halte ab September: Basel Badischer Bf, Freiburg Hbf, Offenburg.

1993

Herausragende Neuerung 1993 war die Anbindung Berlins und Sachsen-Anhalts (mit Magdeburg Hbf) an das ICE-Netz. Die Linie Hamburg-Frankfurt-München fuhr nun nicht mehr stündlich ab Hamburg, sondern zweistündlich entweder ab Berlin oder ab Hamburg bzw. Bremen nach Frankfurt-München.

Zum Fahrplanwechsel im Mai waren die Elektrifizierungsarbeiten zwischen den Berliner Bahnhöfen Wannsee und Zoologischer Garten noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grund begannen bzw. endeten die ICE-Züge in Berlin im Bahnhof Lichtenberg. Südlich Berlins hielten die ICE's auf dem Bahnhof von Michendorf. Von dort fuhr ein Diesel-Pendelzug nach Berlin Zoo. Ab dem 04. Juli 1993 konnten die ICE-Züge direkt zum Bf Zoologischer Garten fahren.

Auf der ICE-Linie Hamburg-Würzburg-München fuhren nun zwei Zugpaare nicht mehr über Nürnberg, sondern nahmen den kürzeren Weg über Ansbach nach Augsburg. Die Fahrzeit Hamburg Hbf-München betrug damit nur noch 5 Stunden und 42 Minuten.

Am 19. Juni 1993 ging ein ICE mit sechs Mittelwagen auf eine ungewöhnliche Reise. In Bremerhaven wurde der Zug auf ein Schiff verladen. In den kommenden Monaten wurde der Zug in den USA eingesetzt und sollte dort für die deutsche ICE-Technik werben. Auch reguläre Fernverkehrseinsätze zwischen New York und Washington standen auf dem Programm. Mitte Dezember ging es dann wieder zurück nach Deutschland.

Weitere Änderungen:

An Sonnabenden wird ein Zugpaar von Hamburg bis nach Garmisch-Partenkirchen verlängert. Nördlich von Bremen fährt ein ICE täglich bis/ab Bremerhaven.

Inzwischen standen alle bestellten 60 ICE-Einheiten zur Verfügung. Dritte ICE-Linie wurde nun im Stundentakt die Verbindung Hamburg-Karlsruhe. Fünf Zugpaare wurden bis Basel bzw. Zürich weitergeführt.

Zwischen Hamburg und Karlsruhe bzw. Basel wurde das Servicekonzept geändert. Das BordRestaurant wurde geschlossen, statt dessen wurde dort eine Lounge mit Sitzgruppen eingerichtet. In der 1. Klasse erfolgte (bei Vorbestellung) zum Preis von 25 DM eine Verpflegung am Platz. In der 2. Klasse stand der BordTreff sowie die Minibar zur Verfügung. Dieses Konzept bewährte sich jedoch nicht und wurde nach einem Jahr wieder aufgegeben.

In Tagesrandlage verkehrten neue Sprinterzüge zwischen Hamburg und Frankfurt. Diese Züge hielten zwischen den beiden Städten nur in Hannover.

Neue Halte ab Mai: Berlin-Lichtenberg, Braunschweig Hbf, Bremerhaven Hbf, Garmisch-Partenkirchen, Hildesheim Hbf, Magdeburg Hbf, Michendorf.

Neue Halte ab Juli: Berlin-Wannsee, Berlin Zoolg. Garten (die Halte in Berlin-Lichtenberg und Michendorf entfielen wieder).

1994

Die ICE-Linie Hamburg-Würzburg-München verlief nun südlich von Würzburg zweistündlich über Nürnberg bzw. über Ansbach. Der Stundentakt von Nürnberg nach München blieb durch die IC-Linie (Berlin-Leipzig-)Nürnberg-München erhalten.

Neu waren ICE-Zugpaare in Tagesrandlage von Hamburg nach Köln (ohne Halt zwischen Hamburg und Münster/W) und von Köln nach Berlin (ohne Halt zwischen Hannover und Berlin) und zurück.

Auch das Land Sachsen erhielt eine ICE-Anbindung. Ab September fährt der ICE "Elbe-Kurier" täglich von Dresden nach Berlin und zurück

Neue Halte ab Mai: Bielefeld Hbf, Dortmund Hbf, Duisburg Hbf, Düsseldorf Hbf, Essen Hbf, Hamm(Westf), Köln Hbf, Münster(Westf) Hbf.

Neuer Halt ab September: Dresden Hbf.

1995

Die ICE-Linie Hamburg-Karlsruhe wurde südlich von Frankfurt umgestellt. Zweistündlich fahren die Züge nun entweder über Mannheim nach Basel bzw. in die Schweiz oder in der anderen Stunde mit neuen Halten in Darmstadt und Heidelberg nach Stuttgart.

Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf der ICE-Linie Hamburg-Basel von 250 auf 280 km/h heraufgesetzt. Dadurch können in Basel SBB bessere Anschlüsse in die Schweiz erreicht werden.

Auch Berlin bekommt eine Verbindung in die Schweiz. Ab Mai fährt der ICE "Thunersee" täglich nach Interlaken Ost.

Der ICE "Alster-Kurier" Hamburg-Köln fährt über Köln hinaus bis Bonn.

Sonntags fuhr ein neuer ICE 732 zwischen Hamburg und Köln. Damit sollte der stark besetzte IC 830 entlastet werden. Außerdem fuhr in der Relation Dortmund-Frankfurt/M und zurück täglich ein neuer ICE 820/821. ICE 820 wurde außerdem an Freitagen über Dortmund hinaus bis Hamburg verlängert, ICE 821 fuhr über Würzburg bis München Hbf.

An Samstagen fuhr ein aus Hamburg kommender ICE über Basel hinaus bis nach Luzern an den Vierwaldstätter See. Dies war zugleich der Name für diesen neuen ICE.

Im September wurde die Elektrifizierung von Hamburg nach Kiel abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt erreichte auch der ICE mit zwei Zugpaaren von/nach Stuttgart/Basel die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt.

Neue Halte ab Mai: Bochum Hbf, Bonn Hbf, Darmstadt Hbf, Hanau Hbf, Ingolstadt Hbf, Koblenz Hbf, Osnabrück Hbf.

Neue Halte ab September: Kiel Hbf, Neumünster.

1996

Mai 1996

Die Auslieferung der zweiten ICE-Generation, dem ICE 2, begann. Ein ICE2-Triebzug ist mit 7 Wagen kürzer als ein ICE 1 mit i.d.R. 12 Wagen. Der ICE 2 hat je Triebzug nur einen Triebkopf. Auf der anderen Seite ist ein Steuerwagen eingereiht. Mit einer neu entwickelten automatischen Kupplung ist es möglich, zwei Züge während eines kurzen Aufenthalts auf einem Bahnhof zu verbinden oder auch zu trennen.
 
 

ICE2-Steuerwagen
ICE2-Steuerwagen










In Tagesrandlage fährt ein ICE von Oldenburg/O. nach München.

Neue Halte ab Mai: Bruchsal, Offenbach(Main)Hbf, Oldenburg/O, Potsdam Stadt.

September 1996

Die ICE-Linie von Berlin nach Frankfurt/M-München wird nun im Stundentakt bedient. Gleichzeitig wurde eine neue ICE-Linie von Frankfurt nach Bremen eingeführt. Diese Züge halten unterwegs nur in Hannover.

Mit ICE 674/775 fährt ein drittes ICE-Zugpaar von/nach Kiel.

In zwei Zugpaaren zwischen Kiel/Hamburg und Stuttgart bzw. Basel werden in "Ideenzügen" neue Service-Projekte der Bahn getestet. U.a. werden in diesen Zügen Tageszeitungen verkauft, im Konferenzabteil ist ein Zugbüro eingerichtet, wo Reisezubehör, aber auch Fahrkarten etc. verkauft werden. In den Triebköpfen wurden Kameras installiert, so dass der Fahrgast auf den Videoschirmen in den Wagen 1 und 14 die Fahrt aus der Sicht des Lokführers verfolgen kann. 1998 wird das Angebot ausgeweitet: Im Zug ist ein Geldautomat installiert, im Serviceabteil können Notebook's und Bücher kostenlos ausgeliehen werden u.v.m.

Neue Halte ab September: Donauwörth, Frankfurt-Niederrad, Plochingen.

1997

Am 1. Juli 1997 wurde die neue ICE-Linie Köln-Berlin eröffnet. Eingesetzt werden dort die neuen ICE 2-Züge. Da die Steuerwagen für das Halbzugkonzept noch fehlten, fahren die Züge mit 12 Mittelwagen und jeweils einem Triebkopf an der Spitze und am Schluß.

Nach Abschluß der Elektrifizierung fährt der ICE nun auch zwischen Hamburg und Berlin. Der ICE "Fliegender Hamburger" schafft die Fahrt von Berlin Zoo nach Hamburg Hbf in 2 Stunden und 14 Minuten.

Seit November 1997 wird in der 1. Klasse der ICE-Züge - in Zusammenarbeit mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" - eine Zeitung mit dem Namen "ice-press" kostenlos an die Fahrgäste verteilt. Gedruckt wird das Blatt z.T. direkt im Zug. Informieren können sich die Leser in dieser Zeitung über Ereignisse, die am selben Tag passierten; Redaktionsschluß ist um 15:00 Uhr. Die Verteilung der Zeitung beginnt um 16:00 Uhr.

Neue Halte ab Mai: Delmenhorst, Frankfurt(Main)Süd.

1998

Der ICE rollt nun auch nach Österreich. Ab dem 2. Juni 1998 fährt täglich der ICE 90/91 "Prinz Eugen" von Hamburg über Würzburg und Passau nach Wien.
Als Tagesrandverbindung fährt die ICE-Einheit abends über Salzburg und Kufstein nach Innsbruck und morgens von Innsbruck zurück nach Wien.

Nachdem die Steuerwagen für den ICE 2 komplett ausgeliefert wurden, wird nun auf der Strecke Berlin-Köln das Flügelzugkonzept verwirklicht. Jeweils zwei ICE-Halbzüge fahren zusammengekuppelt bis Hamm/Westf. Dort werden die Züge getrennt. Eine Einheit fährt mit neuen Halten in Hagen und Wuppertal über Köln nach Bonn und die andere Einheit über Dortmund und Essen nach Düsseldorf.

Der ICE zwischen Berlin und Dresden wird nach Hamburg zurückverlängert und trägt fortan den Namen "Carl von Ossietzky".

Am 03. Juni 1998 ereignete sich im niedersächsischen Eschede ein schweres Zugunglück. Der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" entgleiste aus München kommend bei Tempo 200 kurz vor dem Bahnhof von Eschede. Der Zug prallte daraufhin gegen einen Brückenpfeiler. Die Brücke stürzte ein und begrub zahlreiche Mittelwagen des ICE. 101 Menschen starben bei diesem Unglück.

In den darauffolgenden Wochen wurden alle ICE1-Züge aus dem Verkehr gezogen und einer technischen Überprüfung zugeführt. Alle Radsätze der Züge wurden ausgetauscht, da hier die Ursache des Entgleisens vermutet wurde. Erst ab dem 1. November standen alle ICE-Einheiten wieder zur Verfügung; bis dahin wurden lokbespannte Ersatzzüge gefahren.

Im September 1998 wurde die Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin eröffnet. Die Fahrzeitersparnis gegenüber der alten Strecke über Magdeburg beträgt etwa eine Stunde. Nahezu alle ICE der Relation Berlin-Frankfurt-München sowie alle ICE in Richtung Köln befahren die neue Strecke.

In Tagesrandlage werden zwei Sprinter-Zugpaare zwischen Berlin und Frankfurt/M ohne Zwischenhalte eingesetzt. Sie schaffen die 584 km von Berlin Zoo nach Frankfurt in 3 Std und 49 Minuten.

Die Höchstgeschwindigkeit aller ICE1-Züge wird auf 250 km/h herabgesetzt.

Die einzigen Bundesländer ohne ICE-Anbindung sind heute Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Thüringen.

Neue Halte ab Mai: Aschaffenburg Hbf, Baden-Baden, Berlin Ostbf, Berlin-Schönefeld Flughafen, Hagen Hbf, Passau Hbf, Plattling, Regensburg Hbf, Wuppertal Hbf.

Neue Halte ab September: Berlin-Spandau, Bingen(Rhein)Hbf, Brandenburg Hbf, Dresden-Neustadt, Stendal, Wolfsburg.

1999

Zwischen Hamburg/Bremen und München werden z.T. ICE 2 - Züge eingesetzt. In Hannover werden die Züge getrennt bzw. vereinigt und fahren als Doppeleinheit Richtung München.

Alle zwei Stunden fahren ICE 1 - Züge von Berlin über Hannover-Köln-Frankfurt nach Nürnberg bzw. München.

Die ICE`s Hamburg-Stuttgart fahren i.d.R. statt über Darmstadt und Heidelberg neu über den Flughafenbahnhof Frankfurt und Mannheim nach Stuttgart.

Potsdam und Magdeburg erhalten wieder ICE-Direktverbindungen Richtung Ruhrgebiet (3 Zugpaare).

Die neu zwischen Stuttgart und Zürich fahrenden InterCity NeiTech (ICT)-Züge erhalten die Zuggattung ICE. Täglich fahren zwei Zugpaare Stuttgart-Singen und 3 Zugpaare Stuttgart-Zürich. Haltebahnhöfe im Bereich der DB sind Böblingen, Horb, Rottweil, Tuttlingen und Singen(Hohentwiel).

Weitere neue Halte ab Mai: Frankfurt(M) Flughafen Fernbahnhof, Fürth(Bay)Hbf, Treuchtlingen

2000

Mit den Triebzügen der BR 411 und 415 werden weitere ICE-Linien eröffnet. Die mit Neigetechnik ausgerüsteten Züge befahren im Zweistundentakt die Linien Berlin-Leipzig-München und Frankfurt(M)-Dresden. Zur EXPO in Hannover kommen außerdem erstmals die ICE 3 (Baureihen 403 und 406) zum Einsatz. Für zahlreiche ICE`s entfallen während der EXPO die Wochenendeinschränkungen bzw. die Züge werden über ihr ursprüngliches Ziel hinaus verlängert. U.a. werden neue Spätverbindungen von Hamburg nach München und erweiterte
Verbindungen von Frankfurt nach Hamburg angeboten.

Die ICE-Sprinter fahren auf der Schnellstrecke Hannover-Fulda weiterhin mit der Höchstgeschwindigkeit 280 km/h (innerhalb v. Tunnels=250km/h); alle anderen Züge, die aus BR 401 und 402 gebildet fahren, fahren höchstens 250 km/h. Fahren beim ICE 2 die Steuerwagen voraus, gelten zwischen Oebisfelde und Berlin max. 250 km/h; auf allen anderen Strecken max. 200 km/h. Für die ICE 3 gelten zunächst generell 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Neigetechnikzüge fahren auf der Schnellstrecke Oebisfelde-Staaken (Hannover-Berlin) maximal 230 km/h, auf allen anderen Strecken gilt zunächst die Höchstgeschwindigkeit 200 km/h.

Mit drei ICE-Paaren der Linie Berlin-Frankfurt(M)-München sind die Länder Brandenburg (Potsdam Hbf, Brandenburg Hbf) und Sachsen-Anhalt (Magdeburg Hbf) weiterhin an das ICE-Netz angeschlossen.

Ab November werden weitere Züge auf den Linien Berlin-Köln-Frankfurt-Nürnberg, Hamburg-Berlin, Frankfurt(M)-Saarbrücken und Amsterdam-Köln(-Frankfurt) auf ICE-Bedienung umgestellt. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern werden somit in allen Bundesländern ICE-Züge eingesetzt. Zwischen Köln und Amsterdam entfällt der Halt im Systemwechselbahnhof Emmerich. Kölner Lokführer mit entspr. Sprachkenntnissen werden die ICE`s genauso wie ihre holländischen Kollegen auf dem Gesamtweg Köln-Amsterdam fahren.

Auf der ICE-Linie Hamburg-Nürnberg-München werden im Winterfahrplanabschnitt einige Züge, die bisher als ICE 2 fuhren, durch ICE 3 (BR 403) ersetzt.

Der Einsatz der Diesel-ICE (VT 605) zwischen Dresden und Nürnberg beginnt entgegen ursprünglicher Planungen vsl. nunmehr im Juni 2001 und nicht, wie u.a. hier angekündigt, im November 2000.
 

Neue Halte ab Mai: Bad Hersfeld, Bamberg, Bitterfeld, Dessau Hbf, Eisenach, Erfurt Hbf, Erlangen, Halle(Saale)Hbf, Jena Paradies, Leipzig Hbf, Lichtenfels, Lutherstadt Wittenberg, Naumburg(Saale)Hbf, Riesa, Saalfeld(Saale)Hbf, Weimar, Weißenfels

Neue Halte ab November: Homburg(Saar)Hbf, Kaiserslautern Hbf, Neustadt(Weinstr)Hbf, Oberhausen Hbf, Saarbrücken Hbf
 

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