Streckenübersicht Lokpersonal


Übersicht der Einsatzstellen DB Fernverkehr



 
verwirrend? Einige Dienstschichten aus Stralsund im Jahr 2010


Viele Fernzüge der Deutschen Bahn durchqueren Deutschland beinahe komplett von Nord nach Süd oder von Ost nach West. Teilweise sind die Züge weit über 10 Stunden unterwegs. Wie sieht es da beim Lokpersonal aus? Fährt da jemand die gesamte Strecke durch oder findet ein Wechsel statt? Wird am Ziel übernachtet und geht es am nächsten Tag erst wieder zurück? Diese Seite gibt einen kleinen Überblick.

Das Lokpersonal bei DB Fernverkehr ist dezentral organisiert. Im Streckendienst tätige Mitarbeiter sind auf aktuell 26 Standorte aufgeteilt. Von dort aus starten sie ihren Dienst im Rahmen der gesetzlich geregelten Arbeitszeit. Grundsätzlich wird angestrebt, dass ein Lokführer zum Ende der Schicht wieder seinen Heimatstandort erreicht.

Die typische Schichtstruktur sieht wie folgt aus:

Folgende Muster kommen ebenfalls vor:

sowie weitere Konstallationen ähnlicher Art.

In einigen Fällen lässt es sich nicht vermeiden, dass auswärtige Übernachtungen nötig sind. Hier werden entsprechende Hotelkapazitäten gebucht, um Ruhezeit zu gewähren. Die Übernachtungsschichten hängen mit der unterschiedlichen Personalstärke der einzelnen Einsatzstellen, aber auch mit dem Fernverkehrsangebot auf dem jeweiligen Streckenabschnitt zusammen. Erreicht ein Zug seinen Zielbahnhof erst nach Abfahrt des letzten Zuges in die Gegenrichtung, bleiben als Alternative entweder Gastfahrten mit einem anderen Unternehmen (z.B. DB Regio) zurück zum Heimatbahnhof oder eben eine Übernachtung, um am nächsten Tag den ersten Zug in die Gegenrichtung zu fahren.

Nicht zu verwechseln mit einer "Übernachtung" sind Nachtschichten. Lokführer fahren im unregelmäßigen Schichtdienst, d.h. der Schichtbeginn kann zu jeder Tageszeit erfolgen und das Schichtende ebenso. Typische Schichtzeiten können genauso von 4:27 bis 15:12 liegen wie 13:10-19:43, 19:16-2:19 oder 21:36-7:08.

Von den Einsatzstellen aus sind unterschiedliche Strecken zu befahren. Voraussetzung für die Zuteilung einer entsprechenden Schicht ist der Nachweis der Streckenkunde. Dies ist in der Personaldisposition elektronisch hinterlegt. Gleiches gilt für das zugeteilte Triebfahrzeug. Bei DB Fernverkehr sind eine Vielzahl von Lok- und ICE-Baureihen im Einsatz. Insbesondere bei größeren Einsatzstellen ist es aus schlicht wirtschaftlichen Gründen üblich, dass das Personal auf einzelnen Strecken und einzelnen Baureihen nicht kundig/berechtigt ist. So ergibt sich für das Personal teils ein unterschiedliches Portfolio der Dienstgestaltung.

Von einigen Einsatzstellen aus finden Dienste in das benachbarte Ausland statt. Näheres hierzu in den Ausführungen unten. Im Gegenzug ist entsprechend fremdes Personal im Netz der DB unterwegs.

Die genannten 26 Standorte teilen sich die mit Personal zu besetzenden IC/ICE-Linien sowie das ÖBB-Nachtzugangebot und die existierenden Leerzüge/Überführungen sehr flexibel auf. Es ist mit wenigen Ausnahmen (am Rand des Fernverkehrsnetzes) somit nicht der Fall, dass ausschließlich die Einsatzstelle A die ICE-Linie x besetzt, die Einsatzstelle B ausschließlich die IC-Linie y. Ebenso ist - mit wenigen Ausnahmen - kein Streckenabschnitt einer bestimmten Einsatzstelle fest zugeordnet. Zwischen Bahnhof A und Bahnhof B ist somit i.d.R. nicht exklusiv die Einsatzstelle x zuständig, sondern es fährt genauso Personal der Einsatzstelle y, z usw. Diese Flexibilität setzt sich bei den einzelnen Wochentagen fort, d.h. am Montag kann Zug a von Einsatzstelle x gefahren werden, am Dienstag von Einsatzstelle y usw.

Durch das wochentagsabhängig unterschiedliche Mobilitätsbedürfnis der Fahrgäste (Wochenendpendler, Urlauber) ist es nicht immer möglich, eine gesamte Schicht mit zu fahrenden Zügen zu planen. Insbesondere am Wochenende existieren daher auch Schichten, die eine oder mehrere Fahrten als Fahrgast beinhalten, um wieder den Heimatstandort zu erreichen.


Teil 1


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Basel Badischer Bf

Bedingt durch die Randlage im Streckennetz der DB konzentriert sich der Einsatz auf die Rheintalbahn - aber auch darüber hinaus. Von Basel aus werden folgende Strecken befahren:

Geprägt ist der Schichtalltag von Leistungen mit den ICE-Baureihen 401 und 403/406. Die ergänzend zu fahrenden IC/EC-Leistungen werden mit den BR 101 und 120 erbracht. Das Befahren der Verbindungsbahn nach Basel SBB erfordert eine gesonderte Ausbildung. Neben Personal aus Basel Bad verfügen darüberhinaus noch Mitarbeiter aus Frankfurt und Karlsruhe über die entsprechende Berechtigung.

Drei typische Schichten:


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Berlin

Als Start- und Endpunkt zahlreicher Fernzuglinien liegt in Berlin ein hoher Personalbedarf vor. Von Berlin aus werden folgende Strecken befahren:


Entsprechend der Zugfrequenz liegen die Schwerpunkte von Berlin aus in Richtung Hamburg, Hannover-Hamm und Leipzig/Halle/Erfurt. Die EC-Züge in Richtung Warschau/Danzig werden von Berliner Personal bis zum Systemwechselbahnhof Frankfurt Oderbrücke gefahren. Ab dort werden die polnischen Lokführer noch bis zum ersten Halt Rzepin begleitet. Bedingt durch die unterschiedlichen Fernzuglinien kommen zahlreiche Fahrzeuge zum Einsatz. Um alle Schichten aus Berlin fahren zu können, ist Ausbildung auf den BR 101, 115, 120, 146, 183 (PKP), 401/402, 403 und 411/415 nötig. Demnächst kommt die CD-193 hinzu, wenn die EC-Linie 27 Hamburg-Prag auf diese Lokbaureihe umgestellt wird. Recht neu ist der Einsatz des ICE 3; dieser wurde mit Eröffnung der Schnellfahrstrecke Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg erforderlich. Die ICE-Sprinter Berlin-München werden nicht durchgehend von Berliner Personal gefahren (obwohl dies aus Sicht der Arbeitszeit möglich wäre), sondern nur auf Teilabschnitten von/nach Erfurt oder Nürnberg. Aufgrund der teils geringen Distanz bestimmter Relationen kommt es vor, dass in einer Schicht eine Strecke doppelt befahren wird (z.B. von Berlin aus 2x in einer Schicht nach Leipzig oder nach Hannover).

Neben Hamburg gehört Berlin - auf den Streckendienst bezogen - zu den beiden größten Einsatzstellen des Fernverkehrs. Die beiden kleinsten Einsatzstellen dagegen liegen in Singen und Koblenz.


Drei typische Schichten:



                                                                            historische Beispielschicht aus Berlin im Jahr 2011

In dieser graphischen Darstellung ist die Schicht als Zeitstrahl dargestellt. Dienstbeginn war um 5:48 Uhr (Zeitlegende außerhalb dieses Scanbereiches). Im weiteren Verlauf war zu leisten:

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Bremen

Im Norden ist Bremen hauptsächlich für die IC-Relation Leer-Hannover verantwortlich. Es werden aber auch weitere Strecken befahren, die Gesamtübersicht ab Bremen:

Einsätze erfolgen für Bremer Personal auf den Baureihen 101, 115, 120, 146, 401/402 und 411.

Drei typische Schichten:


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Dortmund

Von Dortmund aus liegen die Schwerpunkte in den diversen Verbindungen durch das Ruhrgebiet und über die Schnellfahrstrecke nach Frankfurt. Aber auch weitere Strecken werden befahren:

Personal aus Dortmund wird auf folgenden Baureihen eingesetzt: 101, 115, 120, 146, 401/402, 403/406, 407, 411/415 und 1116 (ÖBB)

Drei typische Schichten:

                                                                  historische Beispielschichten aus Dortmund im Jahr 1999



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Dresden

Von Dresden aus werden folgende Strecken befahren:

Damit ist Dresden eine der Stellen, welche internationale Einsätze fahren. Voraussetzung hierfür ist eine erfolgte Ausbildung im fremden Netz (hier CD). Der Schwerpunkt der Schichten liegt auf den Strecken nach Berlin und Leipzig. Vor den Zügen kommen unterschiedliche Lokomotivbaureihen zum Einsatz. Um alle Schichten aus Dresden fahren zu können, ist Ausbildung auf den BR 101, 120, 146 (IC 2), 193 (Mehrsystemlok der CD), 401/402 und 411/415 nötig. Die ICE der 1. und 2. Generation (BR 401/402) erreichen Dresden nicht direkt, es werden jedoch Züge zwischen Hamburg und Berlin sowie im Berliner Raum gefahren.

Drei typische Schichten:


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Erfurt

Erfurt ergänzt mit diversen Leistungen einige größere Einsatzstellen im weiteren Umfeld (wie Berlin, Leipzig und Frankfurt). Befahren werden folgende Strecken:

Die Einsätze finden auf folgenden Baureihen statt: 101, 401/402, 403, 411/415 sowie 285 (für Abschleppfahrten)

Drei typische Schichten:


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Frankfurt(Main)

Das zentral gelegene Frankfurt am Main sorgt mit seinen zahlreichen IC/ICE-Linien für eine Vielzahl an Direktverbindungen im nahezu gesamten Bundesgebiet und in das anliegende Ausland. Entsprechend außergewöhnlich vielfältig sind die von Frankfurt aus befahrenen Strecken:

Die Einsätze finden auf folgenden Baureihen statt: 101, 115, 120, 181, 218, 401/402, 403/406, 407, 411/415, 412, 610 (SBB), 1116 (ÖBB) und 4700 (TGV)

Drei typische Schichten:



                                                       Einfahrt nach Frankfurt(M)Hbf und somit - zumeist - Feierabend für das dortige Personal.



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Freilassing

Von Freilassing aus werden folgende Strecken befahren:

Freilassing ist eine der kleineren Einsatzstellen und das Personal hauptsächlich zwischen München und Salzburg unterwegs. Gefahren wird auf den Baureihen 101, 115, 120, 411 und 1116.

Drei typische Schichten:


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Hamburg

Hamburg gehört zu den größeren Einsatzstellen; das Lokpersonal wird über die Bahnhöfe Hamburg-Altona und Hamburg Hbf eingesetzt und befährt folgende Strecken:

Die Schwerpunkte liegen aufgrund der Zugfrequenz auf den Strecken nach Hannover, nach Bremen(-Ruhrgebiet) und nach Berlin.

So vielseitig wie die Streckenauswahl ist der Lokeinsatz. Für die Übernahme sämtlicher Schichten ist Ausbildung auf den BR 101, 115, 120, 218, 401/402, 403, 411/415, 412 und dem dänischen IC 3 nötig.


Drei typische Schichten aus Hamburg-Altona:


Drei typische Schichten aus Hamburg Hbf:


                                                                        historische Hamburger Beispielschichten aus dem Jahr 1998

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Hamm(Westf)

Der Schwerpunkt der Einsatzstelle Hamm liegt auf den diversen Fernverkehrsstrecken im Ruhrgebiet. Insgesamt werden folgende Strecken befahren:

Der Einsatz erfolgt auf den Baureihen 101, 120, 146, 402 und 403/406

Drei typische Schichten:



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Hannover

Am Schnittpunkt der großen Nord-Süd- und Ost-West-Relationen Hamburg-Frankfurt und Berlin-Köln bieten sich auch aufgrund der jeweils hohen Zugfrequenz zahlreiche Fahrmöglichkeiten. Insgesamt werden von Hannover aus folgende Strecken befahren:

Der Einsatz erfolgt auf den Baureihen 101, 115, 120, 146, 218, 401/402, 403 und 411/415.

Drei typische Schichten:


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Karlsruhe

Von Karlsruhe aus werden recht vielseitig Strecken bis nach Nordrhein-Westfalen und Bayern gefahren. Insgesamt handelt es sich um folgende Relationen:

Der Einsatz erfolgt auf den Baureihen 101, 120, 181, 401/402, 403/406 und 1116.

Drei typische Schichten:


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Teil 2 folgt zu einem späteren Zeitpunkt.



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